Das können Kunst, Kultur und Tourismus füreinander tun

„Kunst, Kultur und Tourismus“ war das Thema des vierten Zukunftsforums zur Kunst- und Kulturstrategie Kärnten/Koroška gestern, Montag 28.04.2025, in Ossiach. Die knapp 200 Teilnehmenden diskutierten in fünf Arbeitsgruppen, die von den Geschäftsführungen der Kärntner Tourismusregionen moderiert wurden. Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser und Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig hoben beide die Chancen hervor, die sich aus einer noch stärkeren Synergien-Nutzung ergeben würden. Ein Blick wurde auch in die Europäische Kulturhauptstadt 2025 Nova Gorica/Gorizia geworfen, über die Programmdirektor Stojan Pelko sprach. „GO! Borderless“ ist dort das Motto und es gehe darum, die Menschen zu bewegen, so Pelko. Zwei Zukunftsforen wird es in Kärnten noch geben, das nächste am 23. Juni in St. Veit. Alle Interessierten können nach Anmeldung mitmachen.
Kaiser erklärte, dass die Kunst- und Kulturstrategie ein Prozess sei, an dem man kontinuierlich weiterarbeiten wolle. Schon die drei bisherigen Zukunftsforen hätten das große Interesse der Menschen gezeigt und wichtige Inputs geliefert. Eine noch engere Zusammenarbeit von Kunst, Kultur und Tourismus würde laut dem Landeshauptmann viele Chancen eröffnen.

„Lassen Sie uns gemeinsam das Verbindende und Kärntens Schätze heben. Eine noch näher abgestimmte Kooperation zwischen Kunst, Kultur und Tourismus wäre eine Win-win-Situation für alle Beteiligten und für die positive Weiterentwicklung des Landes“,

betonte er.
Von den 13 Millionen jährlichen Nächtigungen in Kärnten seien 60 Prozent von Menschen außerhalb Österreichs, machte Kaiser aufmerksam. Es gelte, Strukturen zu verbessern, um kulturelle Veranstaltungen stärker zu verbinden sowie zusätzliche Angebotsschienen für die Vor- und Nebensaisonen zu finden. Bei Sport und Tourismus habe die Verbindung schon sehr gut funktioniert, warf Kaiser ein. Durch entsprechende Vermarktung wolle man Kunst und Kultur auch außerhalb des Bundeslandes sichtbarer machen.

„Kunst und Kultur tragen ja auch wesentlich zur Identität der Region bei“,

so Kaiser.
Große Chancen werde die Koralmbahn als schnelle Verbindung zwischen Graz und Klagenfurt bringen.

„Wir haben viel Potential, nutzen wir es“,

rief der Landeshauptmann auf.
Schuschnig sagte, dass dem Tourismus der Stellenwert von Kunst und Kultur bewusst sei und lobte den partizipativen Prozess rund um die Kunst- und Kulturstrategie. Auch im Kärntner Tourismus laufe gerade ein Reformprozess. Wie Kaiser führte auch Schuschnig die Kooperation zwischen Sport und Tourismus beispielgebend an. Es sei aber auch die Zusammenarbeit zwischen Kunst, Kultur und Tourismus in den letzten Jahren deutlich intensiviert worden. „Das ist eine logische Symbiose“, so der Landesrat. Als touristische „DNA Kärntens“, auf die die Kärntner Tourkmusstrategie aufbaue, nannte er die höchste Konzentration an südlicher Lebensqualität in Österreich. Für den Kärntner Tourismus habe man fünf Attribute erarbeitet: fein, maßvoll, gesellig, überschaubar und bewahrend. In diesem Sinne wolle man auch den Kulturtourismus stärken.
Schuschnig rief dazu auf, auf maßvollen und südlichen Alleinstellungsmerkmale, die der „Kärnten DNA“ entsprechen, für den Kulturtourismus zu setzen, um sich damit von den Mitbewerbenden abzuheben. Dabei solle alles ineinandergreifen: „Wir müssen bei der Markenbewirtschaftung möglichst alles aus einer Hand darstellen“, sagte er. Etwas ganz Entscheidendes sei die Zufriedenheit der Gäste. „Und kulturelle Angebote sind wesentlich für diese Zufriedenheit“, betonte der Tourismusreferent. Die Gäste sollen in diesem Sinne als zufriedene Werbebotschafter fungieren.
Sebastian Lücke von der Agentur actori, welche die Kunst- und Kulturstrategie beratend begleitet, sagte, dass man in mehreren Formaten, darunter die sechs Zukunftsforen und sechs Kunst- und Kulturwerkstätten, Ideen und Perspektiven der Menschen einhole. Es gehe darum, gemeinsam Schwerpunkte zu setzen und das kulturelle Profil für die Zukunft zu stärken.
Brigitte Winkler-Komar, die Leiterin der Kulturabteilung des Landes, moderierte eine Panel-Diskussion zum Thema des Zukunftsforums. Impulse lieferten dabei Kärnten Werbung-Geschäftsführer Klaus Ehrenbrandtner, Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin Astrid Legner, Villachs Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser als Obfrau des Vereins Villacher Kirchtag, Julia Schuster als Geschäftsführerin des Kunsthauses Gmünd, Kulturveranstalter Michael Springer, ORF Radio Kärnten-Programmchef Martin Weberhofer und Hanna Wiedenig von der ARGE Volkstanz für Kärnten. Dabei wurde die enorme Vielfalt von Kärntens Kultur und Brauchtum hervorgehoben, aber auch die Wichtigkeit, sich noch stärker zu vernetzen und bei Veranstaltungen abzustimmen.
Die fünf Arbeitsgruppen leiteten Stefan Brandlehner (Millstätter See – Bad Kleinkirchheim – Nockberge Tourismusmanagement GmbH), Robert Karlhofer (KSL Tourismus Marketing GmbH, Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal), Roland Sint (NLW Tourismus Marketing GmbH), Peter Peschel (Region Wörthersee – Rosental Tourismus GmbH), Georg Overs (Region Villach Tourismus GmbH), Paula Müllmann (Hohe Tauern – die Nationalpark-Region in Kärnten Tourismus GmbH), Gunter Brandstätter (Tourismusregion Mittelkärnten GmbH), Markus Ramsbacher (Region Katschberg – Lieser-Maltatal GmbH) und Helmuth Micheler (Tourismus Region Klagenfurt am Wörthersee GmbH).
Im Prozess mit den Teilnehmenden wurden die Themen Kommunikation, Vernetzung und Sichtbarkeit am häufigsten genannt. Das vielfältige Angebot sei noch stärker an den Gast und auch die Einheimischen zu bringen. Produktproblem habe man in Kärnten jedenfalls keines. Die Arbeitsgruppen wünschten sich einen zentralen Kalender bzw. eine Datenbank für Veranstaltungen. Wesentlich war für sie auch die Verbindung zu anderen Bundesländern sowie im Alpen-Adria-Raum. Dazu sei die Mobilität mit der Bahn – insbesondere im Zusammenhang mit der Koralmbahn, aber auch dem Mikro-Öffentlichen Verkehr – noch stärker zu nutzen. Angesprochen wurde aber auch das Thema Baukultur. Der Landeshauptmann dankte in seinen abschließenden Worten allen, die sich im Zukunftsforum eingebracht haben.
Für die musikalische Umrahmung des inhaltsvollen Nachmittages sorgten Tonč Feinig und Sophie Höller. Unter den Anwesenden waren unter anderem auch Landtagspräsident Reinhart Rohr, die slowenische Generalkonsulin Maja Balant Slobodjanac und Ossiachs Pfarrer Dechant Erich Aichholzer.
 
Infos unter: https://www.kulturstrategie-kaernten.at/
Quelle: LPD Kärnten