Botschafter der Slowakischen Republik besucht Kärnten

Seinen Antrittsbesuch absolvierte der Botschafter der Slowakischen Republik, Jozef Polakovič, gestern, Mittwoch, bei LH Peter Kaiser in der Landesregierung. Begleitet wurde der Diplomat von Adriána Dubeňová, Leiterin der Wirtschaftsabteilung der Botschaft und Friedrich Wolfgang Sperl, Honorarkonsul der Slowakei in Graz sowie Gabriele Katz von Joanneum Research.
Nachdem Kaiser dem Botschafter die Eckdaten der Kärntner Wirtschaft, des Tourismus, der Landwirtschaft und der Bildung nähergebracht hat, ging es im Gespräch um die aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklung in Österreich, der Slowakei und der Europäischen Union sowie um die globalen Herausforderungen. Kaiser betonte auch die engen Beziehungen Kärntens zu seinen Nachbarländern vor allem über grenzüberschreitende Projekte.

„Die Beziehungen auf diplomatischer Ebene sind aufrecht zu erhalten bzw. zu verstärken in Anbetracht globaler Herausforderungen, die kein Staat alleine zu lösen im Stande ist und in einer disruptiven Situation die derzeit Europa und die Welt beeinflusst. Vor allem in kultureller Hinsicht verbindet Kärnten mit der Slowakei vieles“,

so Kaiser.
Der Botschafter, der seine Freizeit schon mehrmals in Kärnten verbrachte, tätigte heute seinen ersten offiziellen Besuch und verband ihn nach eigenen Worten mit „einer Mission und dem klaren Fokus auf künftige wirtschaftliche Entwicklungen und Kooperationen im Bereich der Forschung, der Entwicklung, Innovation und Kultur“. Polakovič verwies auf eine Ausstellung slowakischer Kunst in Neuhaus, die demnächst eröffnet werden wird und die mittels bildender Kunst die Zeit um den Eisernen Vorhang näherbringen wird.

„Kunst und Kultur spielen eine große Rolle in der Völkerverbindung, sie geben Gelegenheit, mehr voneinander zu erfahren“,

so der Botschafter.
Die guten Beziehungen Österreichs und Kärntens zur Slowakei begründete der Diplomat mit den zahlreichen Firmen, die sich in seinem Land niedergelassen haben und rund 40.000 Arbeitsplätze geschaffen haben.
Thema im bilateralen Gespräch war auch der Koralmtunnel und dessen Chance auf Grund des neuen Zentralraumes, laut Kaiser, mit 1,1 Millionen Menschen, der entsteht. Der Botschafter verwies auf die Wichtigkeit von Verkehrsinfrastruktur als Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung. Begeistert zeigte sich die Delegation vom Lake Side Park und seiner Verbindung zur Universität. Beide, Kaiser wie der Botschafter hielten fest, dass jegliche Investitionen in die Zukunft jene der Jugend bestreffen müssen.
Jozef Polakovič ist seit August 2023 designierter außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Slowakischen Republik in der Republik Österreich.
Er trat 2005 in den slowakischen diplomatischen Dienst ein und befasste sich bisher überwiegend mit Mitteleuropa, dem deutschsprachigen Raum, der europäischen Politik, transatlantischen Beziehungen und der Sicherheitspolitik. Nach dem ersten Auslandsposten an der Botschaft in Berlin war er stellvertretender Leiter der Planungsabteilung des Ministeriums. Später, als Abteilungsleiter für interinstitutionelle Beziehungen und allgemeine Angelegenheiten an der Ständigen Vertretung bei der Europäischen Union in Brüssel wurde er mit der Vorbereitung und Durchführung des ersten EU-Ratsvorsitzes der Slowakei beauftragt. Den diplomatischen Dienst setzte er als stellvertretender Botschafter und Chargé d’affaires a. i. in Washington fort und in 2020 wurde er zum Leiter des Ministerbüros bestellt.
Jozef Polakovič absolvierte sein Doktorratsstudium an den Universitäten in Bratislava, Freiburg, Moskau, Beograd und Hamburg (internationale Beziehungen, europäische Studien und europäisches Recht).
Österreich ist einer der größten Handelspartner der Slowakei, und umgekehrt gehören die österreichischen Investitionen zu den bedeutendsten in der Slowakei. In den letzten Jahren hat sich der Handelsaustausch zwischen Österreich und der Slowakei besonders in Bereichen wie Automobilzulieferungen, Maschinenbau, elektrischen Maschinen, elektrotechnischen Waren, mineralischen Brennstoffen, Mineralölen, Papier und Kunststofferzeugnissen stark entwickelt.
Die Republik Slowakei ist ca. halb so groß wie Österreich und hat 5,51 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner. Die Hauptstadt Bratislava ist mit 478.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ca. gleich groß wie Graz und Salzburg zusammen.
Quelle: LPD Kärnten