Bericht zur Lage der slowenischen Volksgruppe

In der Sitzung der Kärntner Landesregierung am kommenden Dienstag, wird sich das Regierungskollegium mit der Lage der slowenischen Volksgruppe in Kärnten beschäftigen. Eingebracht wird dieser jährliche Bericht, der in der Kärntner Landesverfassung verankert ist, von Landeshauptmann Peter Kaiser.

„Dieser Bericht ist nicht nur eine jährliche Erfüllung unserer Pflicht, der Bericht belegt unseren wertschätzenden Zugang zur respektvoll gelebten Volksgruppenpolitik, die innerhalb Österreichs, beispielsweise vom Bundespräsidenten bis hin zu Regierungschefs in unseren Nachbarländern dementsprechend gelobt wird. Die Volksgruppenpolitik, die wir in Kärnten seit Jahren verfolgen und damit einen Paradigmenwechsel eingeleitet haben, ist zudem elementarer Bestandteil eines friedlichen Europas ohne Grenzen“,

hält Kaiser im Vorfeld der kommenden Regierungssitzung fest, in der er den Bericht zur Beschlussfassung vorlegen wird.
Die Volksgruppenpolitik des Landes setze auf den Schutz der Volksgruppe und auf einen konsequenten Dialog auf Augenhöhe, wie er beispielsweise im Dialogforum gelebt werde. In diesem werden laut Kaiser regelmäßig Problem- und Handlungsfelder offen angesprochen und gemeinschaftlich Lösungen erarbeitet.
 
So beispielsweise auch die Verwendung der slowenischen Sprache als Bildungssprache.

„Es muss zur Wahrung der Sprachvielfalt und damit der Identität eine durchgängige Sprachbildung gegeben sein, also beginnend in der Elementarpädagogik“,

so Kaiser, der darauf verweisen kann, dass im Vorjahr gemeinsam mit dem damaligen Bildungsminister Polaschek eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden war, die sich mit der Aus- und Weiterbildung von Elementar- und allen Pädagoginnen und Pädagogen beschäftigt und auch mit der Steigerung der Sprachqualität in der Schule.

„Es liegen nun 33 Maßnahmen vor, um diese Anforderungen in Zukunft zu erfüllen“,

so Kaiser. 
Beispielsweise finden sich darunter erweiterte Aus- und Weiterbildungsangebote für Elementarpädagoginnen und -pädagogen in Form von einem neuen Hochschullehrgang oder das Schnittstellenmanagement mit dem Ziel die durchgängige Sprachbildung besser am Übergang von Kindergarten – Volksschule – Sekundarstufe I zu implementieren. Dabei steht die Abteilung 6 in enger Abstimmung mit der Bildungsdirektion Kärnten. Der Landeshauptmann hat die Maßnahmen auch mit Integrationsministerin Claudia Plakolm und Bildungsminister Christoph Wiederkehr besprochen.
 
Kaiser stellt auch den Zusammenhang zum vor 70 Jahren unterzeichneten Staatsvertrag her „Unter diesem Aspekt stehen auch bisherige Meilensteine, Fort- aber auch manche Rückschritte im Volksgruppenschutz im Fokus. Die vielfältigen Maßnahmen, die das Land Kärnten insbesondere in den letzten eineinhalb Jahrzehnten bereits gesetzt hat, werden zum Schutz und Erhalt der slowenischen Volksgruppe und damit der bereichernden Vielfalt, die wir in unserem Bundesland mittlerweile leben, prolongiert werden müssen. In Kärnten beweisen wir, dass im Dialog konstruktive Lösungen zum Wohle aller erzielt werden können. So werden wir auch in Zukunft gemeinsam die Herausforderungen meistern und die kulturelle und sprachliche Vielfalt stärken.
 
Der vorliegende Volksgruppenbericht 2025 bietet eine detaillierte Darstellung jener Maßnahmen, die zum Schutz und Erhalt der Volksgruppensprache Slowenisch und der slowenischen Volksgruppe in Kärnten ergriffen wurden, und ermöglicht einen Vergleich und die Feststellung entsprechender Entwicklungstendenzen. Mit dieser Gesamtschau wird die Bedeutung der zahlreichen Einzelmaßnahmen für den Erhalt und die Förderung der slowenischen Sprache und Kultur erkennbar.
 
Um der trotz gestiegener Anmeldungen zum zweisprachigen Unterricht insgesamt feststellbaren sinkenden Zahl slowenischsprechender Landsleute entgegenzuwirken, seien laut Kaiser weitere Maßnahmen zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für die Volksgruppensprache und -kultur gesetzt worden und werden auch in Zukunft gesetzt. Als Beispiel nennt der Landeshauptmann die Entwicklung der Kunst- und Kulturstrategie Kärnten/Koroška, die auch darauf abzielt, die kulturelle Vielfalt und das künstlerische Schaffen der slowenischen Volksgruppe zu unterstützen. Weiters wolle man mit dem neuen Veranstaltungsformat Kulturtandem/Kulturni tandem“ das Wissen über die Sprache und Kultur der Kärntner Sloweninnen und Slowenen erweiteren und das Zusammenleben fördern.
Der vorliegende achte Bericht zur Lage der slowenischen Volksgruppe der Kärntner Landesregierung, die ihn an den Kärntner Landtag übermittelt, beinhaltet neben statistischen Daten Informationen zur Verwendung der slowenischen Sprache in Ämtern und Behörden, topographischer Aufschriften, den Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen, der slowenischen Musikschule/Slovenska Glasbena šola dežele Koroške, der Kultur- und Sportförderung, der regionalen Entwicklung und grenzüberschreitenden Kooperation, der Umwelt und Mobilität, der Gesundheitsförderung und dem Kinderschutz.
Der Bericht wird in deutscher Sprache sowie in slowenischsprachiger Übersetzung vorgelegt und wird unter www.ktn.gv.at/volksgruppen abrufbar sein.
 
Quelle: LPD Kärnten