Ausstellung als Brücke zur Zukunft

„Gelebte Demokratie zeigt sich nicht nur an Wahltagen, sondern in der Haltung, mit der wir Vielfalt leben, Sprache wertschätzen und uns an die Geschichte gemeinsam erinnern. Dieses Gesamtwerk zeigt den künstlerisch positiven Blick auf die Dialogfähigkeit“,

betonte Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser am Dienstagabend bei der Eröffnung der Ausstellung „I gfrei mi – Sa veselim“ von Eduard Lesjak im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung im Beisein von LRin Beate Prettner, der Generalkonsulin Sloweniens, Maja Balant Slobodjanac, Landesamtsdirektor Dieter Platzer, von seinem Stellvertreter Markus Matschek, Landtagsabgeordneten Herbert Gaggl sowie Museumsdirektor Wolfgang Muchitsch.
 
Durch die Ausstellung führten der ehem. Leiter der Kulturabteilung des Landes, Igor Pucker, und Tanja Prušnik. Das Konzept und die Idee stammen ursprünglich von Eduard Lesjak, verwies Pucker auf die Entstehung der Ausstellung im Zuge des Jubiläumsjahres zu 100 Jahre Volksabstimmung in Kärnten. Die künstlerischen Interventionen stammen von Richard Klammer, Ina Loitzl, Ulrich Plieschnig, Tanja Prušnik, Ludwig Riedmann und Egon Straszer, die gestern alle im Spiegelsaal anwesend waren.

Kaiser betonte in seiner Rede im Hinblick auf den bevorstehenden 10. Oktober die Entstehung der Ausstellung und die Wichtigkeit der Demokratie. „Die liberale Demokratie muss jeden Tag erkämpft, verteidigt werden und wir haben uns täglich an die Entstehung dieser zu erinnern. Denn viele haben für diese liberale Demokratie ihr Leben gelassen. Der Kampf jener, die unserer Demokratie den Boden geebnet haben, darf nicht umsonst gewesen sein. Wir leben aber in einer Zeit von Autokraten, des Zurückdrängens von freier Meinung, unsere Weltordnung gerät ins Wanken. Umso wichtiger ist unser Einsatz für die Demokratie und das Erinnern“,

so Kaiser, der auch auflistete, was Kärnten kulturell im Schwerpunktjahr der Erinnerungskultur geboten hat.
Die Ausstellung hat die vielen Besucherinnen und Besucher im Spiegelsaal gestern dazu eingeladen, das Gemeinsame im Verschiedenen zu entdecken und sich der kulturellen Identität Kärntens als Ergebnis eines jahrhundertelangen Miteinanders zu erinnern.

Gerade im Jubiläumsjahr der Kärntner Volksabstimmung und nun kurz vor dem 10. Oktober sei es, so Kaiser, von besonderer Bedeutung, Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu schlagen. „Die Volksabstimmung von 1920 war ein entscheidender Moment demokratischer Willensbildung. Heute – mehr als ein Jahrhundert später – ist es unsere Aufgabe, dieses demokratische Erbe weiterzutragen und in einer offenen, respektvollen Gesellschaft fortzuschreiben“,

so der Landeshauptmann.
 
Die Ausstellung „I gfrei mi – Sa veselim“ ist dabei mehr als ein künstlerisches Projekt – sie ist ein Statement für das Miteinander der Volksgruppen, für das gegenseitige Verständnis und die Freude an der kulturellen Vielfalt Kärntens. Der Titel selbst – in deutscher und slowenischer Sprache – stehe sinnbildlich für die Gleichwertigkeit beider Landessprachen und für ein friedliches, partnerschaftliches Zusammenleben.

„Wenn wir heute sagen ‚I gfrei mi – Sa veselim‘, dann feiern wir nicht nur Kunst, sondern auch das demokratische Miteinander, das unser Land stark macht“,

schloss Kaiser.
 
Da die Kärntner Volksabstimmung einen wichtigen Bestandteil der Kärntner Identität ausmacht, wurde 2020 bezugnehmend auf 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung ein künstlerisches Statement unter dem Titel „i gfrei mi – sa veselim“ von Eduard Lesjak geschaffen. Im Rahmen des 100. Jahrestages der Volksabstimmung wurden in Kärnten viele Projekte unter CARINTHIja 2020 zusammengefasst und im gesamten Landesgebiet gezeigt.
Gestern wurden die Grafiken im Vorfeld des 10. Oktobers im Spiegelsaal präsentiert. Das Projekt zeigt einerseits die künstlerische Auseinandersetzung zum Jubiläumsjahr 2020 und andererseits die Vermischung unterschiedlicher bildnerischer Ausdrucksweisen.
 
Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Richard Klammer & friends.
 
Unter anderem fanden folgende Veranstaltungen im Erinnerungsjahr 2025 statt:
 
Ø 27. Jänner: Eröffnung Sonderschau im kärnten.museum: darüber sprechen / Nationalsozialismus und Holocaust – Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen
 
Ø 3. März: Eröffnung „Tor zur Demokratie“ im Landhaus
 
Ø 13. März: Eröffnung Sonderschau im kärnten.museum: Hitlers Exekutive – Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus
 
Ø 8. Mai 2025: Festveranstaltung „Erinnerungsjahr 2025/Leto spominjanja 2025“
im Konzerthaus, Festredner: Dr. Heinz Fischer
Ebenfalls am 8. Mai: Auftakt zum Schwerpunktjahr im kärnten.museum gemeinsam mit der Eröffnung der Sonderausstellung „HINSCHAUN! POGLEJMO. Kärnten und der Nationalsozialismus. Koroška in nacionalsocializem“
 
Ø 7. August: Eröffnung Sonderschau im kärnten. museum: „Die Letzten der „Gerechten unter den Völkern“ Die Fotokünstler Lydia Bergida und Marco Limberg porträtieren in ihrer Ausstellung einige der letzten lebenden „Gerechten unter den Völkern“.
 
Ø 2. Oktober: Eröffnung Sonderschau im kärnten.museum: Partizanke! Die Kunst des weiblichen Widerstands in Jugoslawien und Kärnten/Koroška Umetnost ženskega odpora v Jugoslaviji in na Koroškem 
 
Quelle: LPD Kärnten