Ada Pellert als neue Unirektorin inauguriert

Seit Dezember 2024 ist Ada Pellert Rektorin der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (AAU). Gestern, Donnerstag, fand ihre offizielle Inauguration statt. Sie übernahm dabei die Amtskette von ihrem Vorgänger Oliver Vitouch. In der 55-jährigen Geschichte der Universität ist sie die erste Frau in diesem Amt. Seitens der Kärntner Landesregierung gratulierten ihr Landeshauptmann Peter Kaiser, LHStv.in Gaby Schaunig, LHStv. Martin Gruber, LR.in Beate Prettner und LR.in Sara Schaar. Für Ministerin Eva-Maria Holzleitner war es der erste offizielle Besuch einer Universität in ihrer neuen Funktion.
 

„Von der Uni da ‚draußen im Sumpf’ hat sich die AAU zu einer Herzensangelegenheit Kärntens entwickelt“,

sagte Kaiser als Hochschulreferent des Landes. Die einstige Universität für Bildungswissenschaften sei wichtiger Bestandteil der weltweiten „scientific community“. „Wissenschaft, Lehre und Forschung sind in Klagenfurt eng mit der Region verbunden“, so der Landeshauptmann. Es gehe vor allem auch darum, gemeinsam für internationale Sichtbarkeit zu arbeiten und die Chancen des Alpen-Adria-Raums zu nutzen. Dazu appellierte er für unerschütterlichen Optimismus und den Blick nach vorne. Kaiser dankte auch dem früheren Rektor Oliver Vitouch für seine Leistungen für Kärnten. 
 
Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, zitierte die neue Rektorin mit

„Kärnten könnte die spannendste Region Europas sein“.

Sie sprach Pellert viel Innovationsgeist und Optimismus zu. Sie habe sich im Hochschulmanagement für die Weiterentwicklung der Universitäten, für Bildung, Innovation und Digitalisierung eingesetzt. Die AAU zeige, dass hier Wissenschaft und Gesellschaft Hand in Hand gehen.

„Das unterstützt unsere Demokratie“,

so die Ministerin die auch anmerkte, dass man angesichts der globalen Entwicklungen, insbesondere auch in den USA, „mit Sorge über den österreichischen Tellerrand blicken“ müsse. Politik müsse immer an der Seite der Wissenschaft stehen, wenn diese in Gefahr gerate, nicht mehr frei agieren zu können.
 
Rektorin Pellert sagte in ihrer Festrede, dass sich für sie „ein Kreis an der richtigen Stelle schließt“.
Sie freue sich sehr darauf, die AAU mitzugestalten. Universitäten würden, wenn alles richtig laufe, dabei helfen, eigenständig zu denken. Pellert appellierte in diesem Zusammenhang aber für „disziplinäre Mehrsprachigkeit“. Probleme würden nämlich immer quer über Disziplinen und Fächer liegen. Daher wolle die AAU auch verstärkt Studienkombinationsmöglichkeiten anbieten. Zudem seien „Future Skills“ nicht nur kognitive Fähigkeiten, sondern auch soziale. Der neuen Rektorin geht es vor allem um Vernetzung. Sie führte die Zusammenarbeit mit der Steiermark – Stichwort Koralmbahn – und im Alpen-Adria-Raum an. Dabei sei die Neugier auf den anderen wesentlich. Pellert will die AAU zu einem Ort der Begegnung machen. Als epochale Herausforderungen sprach sie den Klimawandel und Künstliche Intelligenz an. Ohne Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Universitäten seien diese nicht zu bewältigen.

„Es geht um die Anstrengung aller in der Logik eines Ökosystems, in dem alle etwas beitragen.“

 

„Möge dir die Kette leicht sein“,

wünschte Pellert der frühere Rektor Vitouch bei Übergabe der selbigen. Sein insgeheimes Motto stamme von Spiderman aus der „Marvel-Mythologie“. Es laute:

„With great power comes great responsibility“.

Mit der Amtskette als „Hoheitszeichen“ werde auch Verantwortung übertragen.
 

„Endlich ist es soweit“,

betonte Senatsvorsitzender Martin Hitz. Nach 55 Jahren und elf Männern habe die AAU die erste Rektorin. Er leitete das Wort Inauguration von den römischen Auguren ab, die anhand von Vorzeichen zu ergründen hatten, ob Vorhaben den Göttern genehm sind. Angesichts des aktuellen „Niederganges der Ideale der Aufklärung“ und weil „künstliche Intelligenz droht, die natürliche zu ersetzen“, würden Auguren wieder wachsende Bedeutung haben.
 

„Wir sind sehr froh, Sie bei uns zu haben“,

sagte ÖH-Vorsitzende Lena Zachmann zur neuen Rektorin.

„Man merkt, dass Sie sich wirklich für uns Studierende interessieren.“

Außerdem würde Pellert Probleme schnell erkennen und rasch Lösungsvorschläge parat haben.

„Und Sie haben die Reihe der weißen Männer in der Uniführung durchbrochen“,

so Zachmann.
 

„Die vornehmste Aufgabe von Universitäten ist es, das Neue in die Welt zu bringen“,

sagte Werner Wutscher als Vorsitzender des Universitätsrates. Wichtig sei aber auch der Transfer von Ideen in die Gesellschaft. In diesem Sinne habe das neue Rektorat Vernetzung und kluge Kooperation zur Devise gemacht.
 
Der Festakt zur Inauguration wurde von einem Jazzensemble der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik umrahmt. Moderiert wurde er von Uni-Senatsmitglied Cristina Beretta.
 
Ada Pellert studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Graz und der Wirtschaftsuniversität Wien. 1998 habilitierte sie sich an der Universität Klagenfurt im Bereich Organisationsentwicklung und war dann bis 2005 außerordentliche Universitätsprofessorin in Klagenfurt. Von 1999 bis 2003 war sie Vizerektorin an der Universität Graz und von 2005 bis 2008 Universitätsprofessorin und Vizerektorin an der Donau-Universität Krems. Von 2009 bis 2015 fungierte sie als Gründungspräsidentin der Deutschen Universität für Weiterbildung in Berlin, danach wurde sie Rektorin der FernUniversität Hagen. Pellert war außerdem Mitglied des Digitalrates der deutschen Bundesregierung, Präsidentin der Carl Benz Academy in Peking und Vorsitzende des Vorstands der Kooperationsplattform „Digitale Hochschule NRW“. Seit 2023 ist sie Vizepräsidentin der „European Association of Distance Teaching Universities“.
 
Infos unter: www.aau.at