20. Dialogforum als Grundlage für Demokratieerhalt

Zum 20. Dialogforum lud heute Volksgruppenreferent LH Peter Kaiser ein. Wichtigste Themen für das Gremium waren der kürzlich vorgelegte Bericht zur Lage der slowenischen Volksgruppe, die weitere Vorgangsweise in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Volksgruppen-Sprachbildung und -erhaltung und weitere Themen wie das Komitee Kärnten Slowenien, das im September stattfinden wird, die Erfolgsgeschichte Geopark Karawanken und die Weiterführung der über Monate dauernden Kulturveranstaltung Kulturtandem/Kulturni tandem 2025.
  
Der Landeshauptmann betonte in seiner Begrüßung, dass die Kontinuität und die Themensetzungen des Dialogforums Beleg für eine lebendige Demokratie seien und gelebte Demokratie Grundlage für das Dialogforum ist.

„Das Dialogforum ist Ausdruck lebendiger Demokratie. Die Festlegung der Themen hat die Völkerverbindung im Fokus, das Zusammenführen von Menschen, das Brückenbauen über Grenzen hinweg als Gegensatz zu Tendenzen, die Festungen errichten und Verbindungen kappen wollen“,

so Kaiser.
 
Der Landeshauptmann legte den aktuellen Bericht zur Lage der slowenischen Volksgruppe vor, der jährlich verfasst wird und in der Landesverfassung ebenso verankert ist, wie der Schutz der Volksgruppe und der Erhalt und die Förderung ihrer Sprache.

„Dieser Bericht ist nicht nur eine Erfüllung unserer Pflicht, der Bericht belegt unseren wertschätzenden Zugang zur respektvoll gelebten Volksgruppenpolitik, die innerhalb Österreichs, beispielsweise vom Bundespräsidenten oder von Regierungschefs unserer Nachbarländer dementsprechend gelobt wird. Die Volksgruppenpolitik, für die wir einen Paradigmenwechsel eingeleitet haben, ist elementarer Bestandteil eines friedlichen Europas ohne Grenzen, für unsere Demokratie“,

hält Kaiser fest.
 
Die Volksgruppenpolitik des Landes setze auf den Schutz der Volksgruppe und auf einen konsequenten Dialog auf Augenhöhe, wie er beispielsweise im Dialogforum gelebt werde. Der Volksgruppenbericht 2025 biete eine detaillierte Darstellung jener Maßnahmen, die zum Schutz und Erhalt der Volksgruppensprache Slowenisch und der slowenischen Volksgruppe in Kärnten ergriffen wurden und ermöglicht einen Vergleich und die Feststellung entsprechender Entwicklungstendenzen. Mit dieser Gesamtschau werde laut Kaiser die Bedeutung der zahlreichen Einzelmaßnahmen für den Erhalt und die Förderung der slowenischen Sprache und Kultur erkennbar.
 
So geht es auch um die Verwendung der slowenischen Sprache als Bildungssprache.

„Es muss zur Wahrung der Sprachvielfalt und damit der Identität eine durchgängige Sprachbildung gegeben sein, beginnend in der Elementarpädagogik“,

so Kaiser, der im Dialogforum heute auch darauf verweisen kann, dass im Vorjahr gemeinsam mit dem damaligen Bildungsminister Polaschek eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden war, die sich mit der Aus- und Weiterbildung von Elementar- und allen Pädagoginnen und Pädagogen beschäftigt und auch mit der Steigerung der Sprachqualität in der Schule.
 

„Es liegen 33 Maßnahmen vor, um diese Anforderungen in Zukunft zu erfüllen“,

so Kaiser. Beispielsweise finden sich darunter erweiterte Aus- und Weiterbildungsangebote für Elementarpädagoginnen und -pädagogen in Form von einem neuen Hochschullehrgang oder das Schnittstellenmanagement mit dem Ziel die durchgängige Sprachbildung besser am Übergang von Kindergarten – Volksschule – Sekundarstufe I zu implementieren. Dabei steht die Abteilung 6 in enger Abstimmung mit der Bildungsdirektion Kärnten. Der Landeshauptmann hat die Maßnahmen auch mit Integrationsministerin Claudia Plakolm und Bildungsminister Christoph Wiederkehr besprochen. Fixiert wurde dabei auch, dass das zweite Dialogforum im Oktober im Sinne einer Durchgängigkeit auf Grund der Bundes- und Landeszuständigkeiten im Beisein von Bildungsminister Wiederkehr stattfinden werde.
 
Im Zuge des Dialogforums heute wurde auch der Geopark Karawanken als das Beispiel grenzüberschreitender und völkerverbindender Projekte schlechthin erwähnt und wurde sein Entwicklungsstand als EVTZ-Projekt besprochen. Der Geopark belebe eine gesamte Region über Grenzen hinweg, habe zahlreiche Auszeichnungen wie den Kugy-Preis erhalten und ist weiter als UNESCO Park bestätigt.

„Über Grenzen hinweg, landschaftliches Erbe und geologische Vielfalt erhaltend, Natur schützend und vor allem Völker verbindend, wurde dieses Projekt ein Vorbild für ganz Österreich, wie man mit dem Abbau von Grenzen Regionen beleben und Menschen zusammenbringen kann“,

so Kaiser.
 
Ein weiteres Projekt werde heuer ebenso seine Fortsetzung finden: Im Vorjahr fand erstmals über mehrere Monate das Kulturtandem/Kulturni tandem der Gemeinden Eisenkappel-Vellach/Železna Kapla-Bela und Moosburg/Možberk unter dem Motto „Raum für geglückte Begegnung/Prostor za srečavanje“ statt, nahezu 1.000 Besucherinnen und Besucher wurden bei den 17 Veranstaltungen gezählt.
Der zweisprachige Veranstaltungsreigen werde heuer von den Gemeinden St. Kanzian und Magdalensberg sowie vom Kulturverein SPD Danica mit 22 Veranstaltungen getragen. Das Kulturtandem/Kulturni tandem hat im Vorjahr als erweitertes Veranstaltungsformat die Kulturwoche/Kulturni teden abgelöst, die seit 1993 erfolgreich gelaufen war.
 
Mit der Unterzeichnung des Memorandums betreffend „zweisprachige ‚topographische Aufschriften‘, die Amtssprache sowie Maßnahmen für die Zusammenarbeit mit der slowenischsprachigen Volksgruppe“ am 26. April 2011 wurde auch die Einrichtung des Dialogforums für die Entwicklung des gemischtsprachigen Gebietes festgeschrieben. Das Dialogforum soll mindestens einmal jährlich tagen, wobei der Landeshauptmann das Dialogforum zu seinen Tagungen einzuberufen hat und bei den Beratungen den Vorsitz führt.
Quelle: LPD Kärnten