10 Jahre AVS-Drogenambulanz: Suchthilfe muss mit der Zeit gehen

Seit zehn Jahren steht die AVS-Drogenambulanz Klagenfurt für professionelle und niederschwellige Suchthilfe in Kärnten. Bei der heutigen Fachtagung der AVS-Drogenambulanzen im Fuchspalast in St. Veit anlässlich des Jubiläums hob Gesundheitslandesrätin Beate Prettner die Bedeutung der Einrichtung hervor:

„Sucht ist eine Erkrankung, bei der wir nicht wegschauen dürfen. Wir müssen Menschen dort erreichen, wo sie stehen, und ihnen möglichst früh konkrete Hilfe anbieten.“

Das Angebot wurde kontinuierlich ausgebaut: Rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen mittlerweile bis zu 1.000 Klientinnen und Klienten.

Neue Angebote

Neu entwickelt wurden unter anderem ein kärntenweit einzigartiges Begleitprogramm für suchtmittelkonsumierende Schwangere und ihre Kinder gemeinsam mit der Kinderabteilung des Klinikums Klagenfurt sowie eine eigene Ambulanz für Jugendliche und junge Erwachsene.

„Gerade bei Jugendlichen zählt jeder frühe Kontakt. Wenn wir erste Konsumerfahrungen oder psychische Belastungen rechtzeitig erkennen, können wir früher gegensteuern“,

so Prettner. Gleichzeitig verändern sich die Herausforderungen in der Suchthilfe.

„Der Konsum wird zunehmend riskanter – wir sehen mehr Mischkonsum und seit einigen Jahren auch verstärkt synthetische Substanzen. Dazu kommt der einfache und schwer kontrollierbare Zugang über das Internet und Lieferdienste“,

berichtet AVS-Fachbereichsleiterin Claudia Scheiber. Umso wichtiger sei es, die Angebote laufend an die Entwicklungen anzupassen. Die Drogenambulanz bietet neben der medizinischen Versorgung unter anderem Naloxon zur Vorbeugung tödlicher Überdosierungen, Drug Checking und NADA-Ohrakupunktur zur Unterstützung des Entzuges an. Die Fachtagung mit dem Titel „Sehnsucht und Wirklichkeit 4.0“ fand heuer bereits zum vierten Mal statt und widmete sich aktuellen Entwicklungen in der Suchthilfe.

„Suchthilfe darf nicht stehen bleiben. Wenn sich der Konsum verändert, müssen sich auch unsere Angebote verändern. Prävention, medizinische Versorgung, Beratung und Behandlung müssen zusammenspielen“,

betont Prettner.