Unseren Kindern ein schönes Land übergeben - das bedeutet Raumordnung!

Raumordnung ist gar nicht so fad, wie man auf den ersten Blick meinen könnte

Weil Raumordnung geht uns alle an. Ob Eigenheim im Grünen oder Mietwohnung in der Stadt: Die einen hätten die grüne Wiese vielleicht lieber unverbaut zum Ansehen und wandern, die anderen wollen ihr Häuschen aber just in Alleinlage. Am Hügel. Mit dem besten Blick. 

Deswegen geht ja in der Raumordnung seit Jahren nichts weiter.

Deswegen kommt kein neues Raumordnungsgesetz zustande.

Weil jeder seine eigenen Interessen und Ansichten hat und diese für die einzig richtigen, wichtigen und wahren hält. Und deswegen blockiert. Aber, wenn man Ordnung in den Raum Kärnten bringen möchte, werden immer einige zurückstecken oder zumindest umdenken müssen. Und das tut weh. Kostet vielleicht sogar Sympathien. Oder für einen Politiker ganz schlimm: Wählerstimmen.

Unseren Kindern ein schönes Land zu übergeben

Mein Ansatz ist es aber, unseren Kindern ein schönes Land zu übergeben und keinen sprichwörtlichen Scherbenhaufen zu hinterlassen. Und da frage ich mich schon, wer da wirklich aus reinem Egoismus dagegen sein kann?!
Raumordnung zieht so viele andere Themen nach sich: Von Abwanderung wegen schlechter Infrastruktur und wenig Jobchancen irgendwo am „Juche“, über hohe Strompreise wegen Zersiedelung bis hin zu toten Ortskernen dafür aber mega Einkaufszentren an den Einfahrten. Gerade bei der jüngsten Unwetterkatastrophe haben wir auch wieder gesehen, dass Lagen, die bisher immer als sicher galten, plötzlich von Hangrutschungen oder Überflutungen betroffen waren – in diesem Zusammenhang gab es sogar ein Todesopfer zu beklagen. Hohe Sachschäden sowieso. Oder sehen wir uns den ziemlich verbauten Wörthersee an:

Wollen wir echt so weiter machen und unsere Naturjuwele zubetonieren und das dann hauptsächlich noch mit Zweitwohnsitzen?!

Fragen stellen bevor wir bauen

Wegen all der angeführten Gründe müssen wir uns, bevor wir weiterbauen wie verrückt, fragen:
  • Wo ist die nächste Schule, der nächste Kindergarten?
  • Besteht eine Anbindung an die Öffis?
  • Gibt es ein funktionierendes Vereinsleben, eine soziale Infrastruktur?
  • Wie hoch ist der Strompreis? Muss wegen Zersiedelung weiter in das Netz investiert werden?
  • Oder auch in den Kanal?
  • Wie viel Co2 produziere ich, weil ich ununterbrochen große Strecken mit dem Auto zurücklegen muss und Abgase aber auch bares Geld einfach in die Luft blase?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass die Lage, in der gebaut werden soll, im Falle einer Naturkatastrophe beschädigt wird, vielleicht sogar Menschen zu Schaden kommen?
  • Sind gelbe Zonen noch sicher oder sind sie bereits die neuen roten Zonen?
  • Oder sollten wir aufgrund des Klimawandels schon an ein hundertjährliches oder zweihunderjährliches Hochwasser denken?
Ich möchte nie sagen müssen, ich als Raumordnungsreferent habe an all das nicht gedacht! Oder es war mir egal! Oder, ich wollte es halt allen einfach recht machen – ohne Rücksicht auf Verluste.
Deswegen brauchen wir viel mehr Mut, um Raumordnung neu zu denken! Alle zusammen! Landespolitik, Kommunalpolitik und Bauwillige. Eine vorab angestellte Folgenkostenrechnung würde beispielsweise ziemlich sicher manche Widmungsentscheidungen im Gemeinderat ganz anders ausfallen lassen. 

Es muss uns klar sein

Wir haben in der Raumordnung dringliche Themen, die wir unbedingt angehen müssen. Am besten ohne Eigennutz. Wenn man mit Experten diskutiert – davon bin ich überzeugt – dann kommt man auch zu funktionierenden und nachhaltigen Lösungen für die Raumordnung. Und dazu lade ich alle ganz herzlich ein. In unserem eigenen Interesse wie auch in dem unserer Kinder und Kindeskinder!

Kärntner Landesrat Daniel Fellner am 20.12.2019

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