Frauen-Volksbegehren: 99 Gründe für eine Unterschrift

Kärntner SozialdemokratInnen unterstützen das Frauen-Volksbegehren: Wir kämpfen für die Rechte und Anliegen der Frauen. Das ist eine Herzensangelegenheit der Sozialdemokratie.

Anlässlich der heute beginnenden Eintragungswoche für das österreichweite Frauen-Volksbegehren setzten die SPÖ Frauen Kärnten mit ihrer Landesvorsitzenden LAbg. Ana Blatnik gemeinsam mit den Regierungsmitgliedern LHStv.in Beate Prettner und LRin Sara Schaar, den SPÖ-Landtagsabgeordneten Claudia Arpa, Gabriele Dörflinger und Ruth Feistritzer und SPÖ-Landesgeschäftsführer Andreas Sucher sowie LAbg. Christine Patterer und LAbg. Waltraud Rohrer, die aus beruflichen Gründen nicht vor Ort sein konnten, ein deutliches Zeichen der Unterstützung und der Solidarität für die Anliegen der Frauen und forderten dazu auf, das Frauen-Volksbegehren zu unterstützen.

Ein guter Grund ist Grund genug für die Unterschrift

Blatnik präsentierte „99 Gründe für das Frauenvolksbegehren – stellvertretend für die tausenden guten Gründe, die es gibt. Klar ist: Ein guter Grund ist Grund genug für die Unterschrift!“
Statt des ersten Grundes gibt es in der Auflistung der 99 Gründe daher eine symbolische Leerstelle, die jeder und jede mit einem individuellen, starken Grund aus der eigenen Erfahrung oder dem persönlichen Lebensumfeld auffüllen kann.
Die SPÖ Frauen und die Sozialdemokratie waren immer auf Seiten der Frauen, haben Frauen-Politik ernst genommen und sich für die Anliegen der Frauen eingesetzt, unterstrich Blatnik und wies darauf hin, dass es vor allem die Sozialdemokratie war, die vor 100 Jahren in Österreich das Frauenwahlrecht erkämpft habe.

Für eine menschliche Zukunft

„Wir wollen eine faire, gerechte und soziale Zukunft für Männer und Frauen, denn Frauenrechte seien Menschenrechte. Wir verlangen und fordern, dass im 21. Jahrhundert Fairness, Menschenrechte und Gerechtigkeit für alle endlich Realität werden“, stellte Blatnik fest und zitierte Johanna Dohnal: „Die Vision des Feminismus ist nicht eine "weibliche Zukunft". Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.“

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner hob vor allem den verbindenden Charakter des Frauenvolksbegehrens hervor: „Es geht nicht um eine Polarisierung Männer gegen Frauen, sondern um eine gerechte und faire Gesellschaft für alle, damit Menschen nicht nach ihrem Geschlecht, sondern nach ihren Fähigkeiten und Talenten wahrgenommen werden. Das ist ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche Zukunft.“ Zudem betonte Prettner den für sie zentralen Aspekt der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, der auch im Frauenvolksbegehren thematisiert wird: „Ich unterschreibe auch deshalb, weil ich in Zukunft nicht mehr gefragt werden will, wie ich als Mutter von drei Kindern meinen Beruf als Landeshauptmann-Stellvertreterin überhaupt bewältigen kann – die optimale Vereinbarkeit von Karriere und Familie sollte zu einer Selbstverständlichkeit in unserer Gesellschaft werden. Auf die Erreichung dieses Ziels müssen wir gemeinsam hinarbeiten.“ 

Nicht nochmal 20 Jahre warten

Landesrätin Sara Schaar unterstrich, für all jene Frauen und Mädchen zu unterschreiben, die nicht können oder nicht dürfen, „damit auch sie eine Stimme für mehr Chancengleichheit haben!“ Für die Frauenreferentin ist das Frauenvolksbegehren kein Frauenthema, sondern „ein Thema, das uns alle angeht: Wir müssen hier gemeinsam an einem Strang ziehen, für ein gerechtes Miteinander.“ Schaar verwies auch auf das letzte Frauenvolksbegehren, das im April 1997 durchgeführt wurde: „Ich möchte nicht nochmal 20 Jahre warten, um in der Frauenpolitik einen Schritt weiterzukommen.“

Ausbau der Kinderbetreuung

Claudia Arpa zog die direkte Verbindung zu ihrem Heimatbezirk: „Ich spüre jeden Tag im Lavanttal, wie wichtig ein Fortschritt am Gebiet der Gleichberechtigung ist. Wir brauchen qualifizierte Arbeitsplätze für qualifizierte Frauen, um ihnen eine zukunftsfähige Perspektive zu geben. Denn wenn Frauen abwandern, ist das denkbar schlecht für den ländlichen Raum. Hier braucht es Initiative und natürlich den weiteren Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen.“

Faire Aufteilung von Arbeit und Betreuung

Gabriele Dörflinger: „Frauen erfüllen auf dem Sektor der Kinderbetreuung viel unbezahlte Arbeit, das muss nicht nur entsprechend gewürdigt werden, sondern vor allem in die Pensionsregelung Eingang finden. Das wäre ein Rezept gegen drohende Altersarmut, die vor allem Frauen betrifft. Gleichheit bedeutet für mich in dieser Hinsicht aber auch die gleiche und faire Aufteilung von Arbeit und Betreuung innerhalb der Familie."

Es bleibt noch viel zu tun

Ruth Feistritzer, die von einem besonderen Gespräch mit einer über 80-Jährigen berichtete: „Sie konnte zwar damals schon in Karenz gehen, allerdings gab es dafür keinerlei Karenzgeld! Mittlerweile hat sich das – wie vieles andere in puncto Frauenrechte – zum Positiven geändert. Trotzdem bleibt noch viel zu tun: Einkommensunterschiede hängen auch heute noch meist mit Kindern zusammen, hier braucht es einen Ausgleich. Auch bei der Bewusstseinsbildung kann man mit dem Frauenvolksbegehren ansetzen. Die Tonart im Umgang mit Frauen hat sich zwar bereits geändert, aber jeder und jede weiß aus persönlicher Erfahrung, wie wichtig es ist, hier weiterzuarbeiten."

SPÖ für die Rechte der Frauen

 „Ich als Mann und als Landesgeschäftsführer stehe wie die SPÖ mit ganzem Herzen hinter den berechtigten Forderungen der Frauen“, so Landesgeschäftsführer Sucher, der sich bedankte, dass er stellvertretend für alle Männer, die nicht nur von Gleichberechtigung reden, sondern diese auch ernst meinen, die Möglichkeit erhalte, Stellung zu beziehen. Er habe wegen der Krankheit seiner Mutter viele ihrer Aufgaben übernommen, und wisse daher aus persönlicher Erfahrung, was Frauen in den Familien und für die Gesellschaft tagtäglich leisten.
Die SPÖ sei die einzige Partei, die sich immer für die Forderungen der Frauen eingesetzt habe. Gerade heute, wo eine Bundesregierung in der Frauenpolitik in eine andere, rückwärtsgewandte Richtung gehe, brauche es die SPÖ.
„Die SPÖ wird so lange für die Rechte der Frauen kämpfen, bis eines Tages kein eigenes Frauenressort oder eine Frauenbeauftragte mehr notwendig sind“, so Sucher.

Während der Eintragungswoche werden von den SPÖ Frauen in Klagenfurt, Villach und den Bezirksstädten täglich Information- und Verteilungsaktionen organisiert. „Ich bitte alle, das Volksbegehren zu unterschreiben, denn die Anliegen der Frauen sind eigentlich Anliegen aller Menschen“, so Frauenvorsitzende Blatnik abschließend.

Infos zum Frauen-Volksbegehren hier.

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